"Reaktion auf einen Leserbrief vom 07.04. (Rhein-Zeitung), in dem Namedyer Bürgern eine "gelungene Lobbyarbeit" zu Ungunsten anderer Bürger vorgeworfen wird."
Text eines Leserbriefs, veröffentlicht am Samstag, 11.04.09 in der Rhein-Zeitung, Ausgabe Andernach:
„Gegeneinander ausgespielt“
Auf Grundlage einer gewissen Verunsicherung scheinen einzelne Bürger eine Gelegenheit zu sehen, verschiedene Stadtteile gegeneinander auszuspielen und Ängste gezielt zu schüren. Leider zeigen diese sich dabei einer sachlichen Argumentation bislang nicht zugänglich! Im Rahmen der Bürgerversammlung wurde bereits zu Beginn klargestellt, dass ein Kiesabbau am Burgerberg nicht beantragt und damit auch auf absehbare Zeit nicht vorgesehen ist. Schon gar nicht kann er „den Andernachern aufs Auge gedrückt“ werden, wie so gerne gegen Namedyer Bürger Stimmung gemacht wird. Als ob wir keine Andernacher wären!
Die Firma, die in Namedy abbauen möchte, besitzt auf dem Burgerberg überhaupt kein Grundstück. Auch vor der Änderung des Flächennutzungsplans hätte sie es dort kaufen und einen Antrag stellen können, wenn sie es denn so gewollt hätte. Warum sollte sie das jetzt, zu für sie schlechteren Bedingungen (und besseren für die Anwohner) tun?
Ich habe Verständnis für die Verunsicherung von Anliegern, vor allem weil immer wieder der Eindruck erweckt wird, am Burgerberg solle Kies abgebaut werden. Abgesehen vom angesprochenen Leserbrief werden diese Ängste auch durch Artikelüberschriften wie „Bürger wollen gegen Kiesabbau klagen“ geschürt. Gegen welchen Kiesabbau? Hätten da vor der Änderung des Flächennutzungsplans alle 30.000 Bürger Andernachs gegen einen theoretisch im ganzen Stadtgebiet möglichen, praktisch gar nicht beantragten Kiesabbau klagen sollen? Mein Verständnis endet, wenn Einzelne trotz mehrfacher sachlicher Information zur tatsächlich verbesserten Ausgangslage am Burgerberg und für das gesamte Stadtgebiet bewusst Unfrieden zwischen Bürgern schüren wollen.
Gut die Hälfte besagten Leserbriefs, von der möglichen Umweltzerstörung bis zur Auswirkung auf die Randgebiete bezieht sich auf Dinge, die nicht im Flächennutzungsplanverfahren, sondern ohnehin, im Rahmen eines Antragsverfahrens überprüft werden, sofern überhaupt jemand irgendwann auf dem Burgerberg Kies abbauen will. Dann werden Gesetz, Rat und alle Bürger dafür sorgen, dass die Auswirkungen entweder in vertretbaren Grenzen bleiben oder kein Abbau stattfinden kann.
Ich konnte mich im Rahmen der Bürgerversammlung mit mehreren Bürgern vom Burgerberg austauschen. Alle waren davon überzeugt, dass der Kiesabbau „von Namedy zum Burgerberg kommt“. Das nenne ich eine im schlimmsten Sinn „gelungene Lobbyarbeit“ von sehr wenigen Personen, die an einer Aufwiegelung von Bürgern gegen Bürger ein gewisses Interesse zu haben scheinen. Den angerichteten Schaden können wir nur durch viele wechselseitige Gespräche versuchen zu beheben, wozu ich gerne meinen Beitrag leisten will.
Claudia Kalla, Andernach-Namedy